21.03.2018

Lokalforum Erlangen Regnitzgrundquerung

Die Ergebnisse in aller Kürze:
  • Befahrung des Streckenabschnitts "Regnitzgrundquerung" per Fahrrad
  • Rund 80 Teilnehmende am Lokalforum
  • Diskussion der Vor- und Nachteile der drei Varianten zur Querung des Regnitzgrundes

Zusammenfassung (PDF)

Das 3. Lokalforum zur Stadt-Umland-Bahn mit Vor-Ort-Begehung fand am 21. März 2018 in Erlangen statt.

Inhalte Lokalforum "Regnitzgrundquerung"

Sie bildet eines der Herzstücke der Stadt-Umland-Bahn: die Querung des Regnitzgrundes. Beim Ortstermin im Rahmen des Dialogforums haben wir die Effekte der Querung auf das Gesamtprojekt noch einmal vorgestellt. Per Fahrrad machten wir uns gemeinsam mit rund 80 Bürgerinnen und Bürgern auf den Weg, um einige der besonders herausfordernden Punkte der drei aktuellen Varianten gemeinsam anzuschauen und zu diskutieren.

Untersucht werden derzeit drei mögliche Regnitzquerungen. Neben der 2012 in der Zuschussrahmenanmeldung vorgesehenen Kosbacher Brücke zwischen Werner-von-Siemens-Straße und der Kreuzung mit der Schallershofer / Möhrendorfer Straße, sind dies Trassenführungen entlang des Dechsendorfer und des Büchenbacher Dammes. Für diese drei Varianten wurde eine Untersuchung beauftragt, welche die inhaltliche Ausarbeitung und argumentative Abwägung sowie die Prüfung der Aussicht auf Förderwürdigkeit umfasst. Denn, so machte der Vorsitzende des Zweckverbandes, Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik deutlich: „Ist eine Variante nicht förderfähig, so kann sie nicht durchgeführt werden.“

Ein wesentliches Ziel der derzeitigen Untersuchung ist herauszufinden, ob neben der bisher verfolgten StUB-Führung über eine Kosbacher Brücke auch eine der beiden anderen Talquerungen die Kritieren für die Förderung der StUB erfüllt und wie der qualitative Vergleich dieser drei Varianten untereinander ausfällt.

Kosbacher Brücke: Westlicher Auwald wird umfahren

Bereits in den aktuellen Planungen zur Kosbacher Brücke gibt es deshalb Änderungen zur Vorlage von 2012. Der Auwald an den Seelöchern wird in einem etwas weiteren Bogen umfahren, um diesen ökologisch besonders wertvollen Komplex zu erhalten. Ganz ohne Eingriffe in die Natur wird jedoch keine der drei Varianten auskommen, wie Florian Gräf, Technischer Leiter des ZV StUB, ausführte. „Egal, wo wir die Regnitz queren, greifen wir in Biotope ein“, so Florian Gräf. Jedoch werde man darauf achten, diese Eingriffe so gering wie möglich zu halten. Ein spezialisiertes Büro untersucht derzeit, welche Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten wären.

Einer Untertunnelung oder Hängebrücke über den Regnitzgrund, wie von Teilnehmern der Ortsbegehung vorgeschlagen, bescheinigte Florian Gräf aus Kostengründen wenig Chancen auf Umsetzung. Wie die Brücke aber aussehen könnte, ist derzeit noch offen. „Wenn wir soweit sind, können wir uns auch einen Architektenwettbewerb hierfür vorstellen“, antwortete Florian Gräf auf entsprechende Rückfragen.

Weniger Flächenverbrauch, dafür längere Strecke bei Dechsendorfer und Büchenbacher Damm

Während die Führung über die Kosbacher Brücke die kürzeste und damit schnellste wäre, könnten mit einer Führung entlang des Büchenbacher Damms der Anger und die Hochhäuser entlang des Europakanals erschlossen werden. Nachteilig ist in der Variante Büchenbacher Damm vor allem die längere Fahrzeit. Für die Führung durch die Äußere Brucker Straße liegen mehrere Vorschläge vor, bei denen jedoch immer Parkplätze, Bäume oder der Radweg tangiert wären, wie Florian Gräf erklärte. Gleiches gilt für den Ausbau des Dechsendorfer Dammes, bei dem die Strecke durch die Hauptstraße, die Altstadt und die Möhrendorfer Straße verliefe. Eine Untervariante entlang der Thalermühlstraße würde auch beim Dechsendorfer Damm eine Anbindung des Erlanger Bahnhofs analog zur Variante Kosbacher Brücke ermöglichen.

Diskutiert wurde auch darüber, wie sich die StUB auf den Autoverkehr auswirkt und ob diesem, im Falle einer Reduzierung, nicht Raum entzogen werden müsste. Hier lenkte Dr. Florian Janik den Blick auf die rege Bauentwicklung in Büchenbach. Der Verkehr insgesamt wird weiter wachsen, so dass auf die Leistungsfähigkeit aller Verkehrsträger geachtet werden muss, so seine Überzeugung.

Wo wird die Bahntrasse unterquert?

Einen weiteren Stopp gab es vor den Stadtwerken, wo die Straße abknickt und die Bahntrasse unterquert. „Einer der kompliziertesten Abschnitte“, wie Florian Gräf erklärte. In der Variante Kosbacher Brücke und einer Untervariante für den Dechsendorfer Damm würde hier eine neue Unterführung nördlich neben die Straße gebaut. In der derzeit untersuchten Variante für den Büchenbacher Damm würde die StUB in der Güterhallenstraße fahren und den Erlanger Bahnhof nur von einer Haltestelle in diesem Bereich aus erschließen. Abwandlungen und Kombinationen aus diesen Varianten sind in der weiteren Bearbeitung möglich.

Am Ende steht eine Abwägung

Die Argumente, welche für oder gegen die einzelnen Varianten sprechen, werden am Ende in eine Abwägung einfließen. Nachdem die Varianten nun baulich ausgearbeitet sind, wird das hiermit beauftragte Büro Intraplan bald in diese Abwägung starten.

Die Befahrung ist Teil der Reihe der StUB-Lokalforen, welche am 2. Mai 2018 in Tennenlohe fortgesetzt wird. Noch bis Ostern 2018 können außerdem unter epartizipation.stadtumlandbahn.de Vorschläge zur Trassenführung eingereicht werden.

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