Die „Achse der Wissenschaft“ in Erlangen

Im Zentrum Erlangens wird die Stadt-Umland-Bahn entlang von Sieboldstraße und Langemarckplatz fahren. Zwischen Himbeerpalast (Werner-von-Siemens-Straße) und Kollegienhaus (Universitätsstraße) entsteht in den kommenden Jahren die sogenannte „Achse der Wissenschaft“ mit neuen Bildungseinrichtungen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Stadt Erlangen. Mit der StUB wird dieses neu entstehende geisteswissenschaftliche Zentrum direkt an das Straßenbahnnetz angebunden werden.


Strecke und Haltestellen im Detail

Aus Richtung Nürnberg kommend führt die StUB entlang der Nürnberger Straße und Werner-von-Siemens-Straße bis zur Kreuzung Sieboldstraße. Vor dem Himbeerpalast biegt sie in die künftige „Achse der Wissenschaft“ ein. Hier entsteht die Haltestelle „Sieboldstraße“ direkt vor dem Himbeerpalast als neuem Standort der Philosophischen Fakultät der FAU. Bis zur Mozartstraße wird die StUB nach aktuellem Planungsstand auf einem sogenannten „besonderen Bahnkörper“ abgetrennt zum restlichen Verkehrsraum fahren. In diesem Bereich soll künftig kein regulärer, motorisierter Individualverkehr (MIV) mehr unterwegs sein, um den neu entstehenden Platzcharakter vor dem Himbeerpalast zu verstärken. Im weiteren Verlauf soll die Gleisanlage mit Rasen begrünt werden.

Zwischen Mozartstraße und Hofmannstraße wird sich die Straßenbahn nach derzeitiger Planung den vorhandenen Straßenraum mit dem MIV teilen. Hierbei werden die Gleise ebenerdig in den Asphalt eingelassen („straßenbündiger Bahnkörper“).

Entlang des Langemarckplatzes soll der Gleisbereich als Rasengleis gestaltet werden. Hier entsteht die zweite StUB-Haltestelle („Langemarckplatz“) entlang der Achse der Wissenschaft. Diese wird parallel zur vorhandenen Straße im Bereich des Platzes östlich der ersten Baumreihe geplant. Anschließend biegt die Straßenbahn nach links in die Henkestraße ein, um entlang der Erlanger Arcaden weiter nach Herzogenaurach zu fahren. Um auch die Gemeinden östlich von Erlangen an die StUB anzubinden, soll – vorbehaltlich weiterer politischer Entscheidungen – am Langemarckplatz auch eine Abzweigung in die Henkestraße in östlicher Richtung erfolgen.


Ausschnitte aus der aktuellen Planung: Streckenabschnitt Sieboldstraße bis Langemarckplatz (Stand: Januar 2024)

Das bietet der Streckenverlauf

© schulzfoto – stock.adobe.com

Die Führung entlang der künftigen „Achse der Wissenschaft“ hat insbesondere folgende Vorteile:

  • Direkte Anbindung des künftigen geisteswissenschaftlichen Zentrums der FAU im Himbeerpalast, der Uni-Mensa und des Christian-Ernst-Gymnasiums
  • Erschließung des südöstlichen Innenstadtbereichs
  • Schnelle Umsteigemöglichkeit zu den Stadtbuslinien in den Stadt-Osten

Fragen & Antworten

Wie unterscheidet sich die heutige Streckenplanung von der ursprünglichen Variante?

Die ursprüngliche Planung sah eine Führung der Stadt-Umland-Bahn durch die Nürnberger Straße entlang des Rathausplatzes bis zur Kreuzung Güterhallenstraße/Henkestraße vor. Im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ist die Idee entstanden, stattdessen über die parallel verlaufende Sieboldstraße zu fahren. Mit dieser Variante werden mehr als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner bzw. Arbeits- und Studienplätze zusätzlich erreicht.

In der Abwägung dieser Aspekte hat sich der Erlanger Stadtrat 2019 mit großer Mehrheit für die Sieboldstraße ausgesprochen.

Was spricht gegen eine Führung über die Werner-von-Siemens-Straße bis zur Henkestraße?

Rein technisch wäre ein Streckenverlauf entlang der Werner-von-Siemens-Straße zwischen Nürnberger Straße und Henkestraße zwar möglich, allerdings mit einer sehr eng verlaufenden Kurve von der Werner-von-Siemens-Straße in die Henkestraße (problematischer Kurvenradius von unter 25m). Dazu kommen weitere Nachteile: unter anderem eine 400 Meter längere Strecke ohne zusätzliche Erschließungsfunktion, eine schlechtere Reisezeit und höhere Betriebskosten bei schlechterer Betriebsleistung.

Wie erfolgt der Umstieg zu den Bussen?

Der Umstieg zu den in der Henkestraße verkehrenden Bussen erfolgt an den bereits bestehenden Haltestellen nördlich des Langemarckplatzes. Mit Inbetriebnahme des Ostastes würden die verbleibenden Busse voraussichtlich direkt an den StUB-Haltestellen des Ostastes halten.

Wenn der Ostast kommt, braucht es dann eine weitere Haltestelle am Langemarckplatz?

Mit Verlängerung der bisher geplanten Strecke Nürnberg – Erlangen – Herzogenaurach um den sogenannten „Ostast“ durch das Schwabachtal bis nach Eckental treffen am Langemarckplatz mehrere Linien aufeinander. Mit dem Ostast soll es dabei sowohl Fahrten aus Richtung Eckental nach Herzogenaurach als auch nach Nürnberg geben, die entsprechend am Langemarckplatz abbiegen werden. Um sicherzustellen, dass jede Straßenbahn aus jeder Fahrtrichtung zumindest an einer Haltestelle vorbeikommt, bedarf es dann zwei weiterer Haltestellen (eine pro Fahrtrichtung). Diese würden voraussichtlich auf Höhe der heutigen Bushaltestelle vor dem Christian-Ernst-Gymnasium in der Henkestraße angeordnet werden.

Warum nicht eine Haltestelle vom Langemarckplatz in die Henkestraße verschieben?

Die Henkestraße hat zwischen Fahrstraße/Langemarckplatz und Nürnberger Straße an der engsten Stelle eine Breite von etwa 15 Metern. Um in diesem Bereich eine Haltestelle für die Strecke Nürnberg – Erlangen – Herzogenaurach berücksichtigen zu können, müsste der Radweg über die Haltestelle geführt werden. Dies würde jedoch ein großes Konfliktpotenzial zwischen Rad- und Fußverkehr bedeuten. Gleichzeitig wären Grundstückszufahrten zu berücksichtigen, die einer barrierearmen Gestaltung der Haltestelle entgegenstehen würden.

Wer plant die Radwege?

Von der StUB unmittelbar betroffene Radwege werden von uns angepasst. Sollten weiträumigere Anpassungen nötig werden, erfolgen diese in Abstimmung mit der Stadt Erlangen.

Was passiert mit den Bäumen am Langemarckplatz?

Grundsätzlich erfolgt die Planung der Stadt-Umland-Bahn so umweltverträglich wie möglich. Das bedeutet auch, dass möglichst viele Bäume erhalten bleiben sollen. Eingriffe lassen sich hierbei jedoch nicht vollständig verhindern. Im Bereich der bisher geplanten Straßenbahnhaltestelle am Langemarckplatz liegen einige wenige Bäume innerhalb der künftigen Gleisanlage, die es zu versetzen gilt. Inwiefern ein Umpflanzen der Bäume möglich ist, wird sich in der weiteren Planung ergeben. Die übrigen Bäume können mit der geplanten Haltestellenlage erhalten bleiben, einige nahegelegene Bäume werden gegebenenfalls an Ihren Kronen zurückgeschnitten. Darüber hinaus werden Maßnahmen ergriffen, um das Wurzelwerk zu schützen.

Sind Wandanker für den Fahrdraht am Langemarckplatz eine Alternative für die Oberleitungsmasten?

Sogenannte Oberleitungsrosetten oder Wandanker, bei denen der Fahrdraht nicht an einem Mast, sondern direkt an den Hausfassaden befestigt wird, sind eine Alternative für enge Straßen. Diese kommen voraussichtlich in der Henkestraße zum Einsatz, am Langemarckplatz sind sie jedoch nicht vorgesehen. Problematisch bei der Verwendung von Wandankern an Bestandsgebäuden ist insbesondere der statische Nachweis der Verankerung im Mauerwerk. Dieser lässt sich in der Regel nur durch sogenannte „Ausziehversuche“ am Mauerwerk feststellen. Dabei wird im Bestandsbauwerk unter kontrollierten Bedingungen überprüft, welche maximale Kraft beim Herausziehen eines Ankers möglich ist. Diese Kraft muss größer als die erforderliche Ankerkraft sein.

Nach aktueller Planung wird entlang des Langemarckplatzes etwa alle 35 bis 50 Meter ein Oberleitungsmast aufgestellt, in Kurven werden zusätzliche benötigt. Genauere Angaben hierzu folgen, wenn die Planungen dahingehend weiter vorangeschritten sind.

Wie laut wird es künftig am Langemarckplatz und welche Maßnahmen gegen Schall und Erschütterung sind in diesem Bereich geplant?

Die anzusetzenden Schallemissionen werden derzeit im Rahmen eines Schall- und Erschütterungsgutachtens ermittelt. Auf Basis der Ergebnisse erfolgt die weitere Planung zur Oberbauausführung sowie von eventuell erforderlichen, passiven Schallschutzmaßnahmen. Alle individuellen Immissionswerte sind spätestens zum Planfeststellungsverfahren verfügbar.

Grundsätzlich sind Straßenbahnfahrzeuge dafür ausgelegt, im städtischen Raum geführt zu werden. So verursachen moderne Fahrzeuge – wie sie für die Stadt-Umland-Bahn vorgesehen sind – unter anderem durch Luftfederung bereits möglichst wenig Schall.

Entlang des Langemarckplatzes wird die StUB darüber hinaus mit einem hochliegenden Rasengleis geplant. Dieses dient nicht nur der besseren Versickerung von Regenwasser, sondern auch der Schalldämpfung. Eine elastische Lagerung der Schienen sowie eine Umhüllung des Schienenfußes und -stegs im hochliegenden Rasengleis, aber auch in der Asphaltfahrbahn, dämpfen hierbei die Körperschallabübertragung, um den Schall auf ein Minimum zu reduzieren. Zudem werden die Schienen regelmäßig gewartet, um die Schallentstehung auf einem möglichst geringen Niveau zu halten.

Wie können durch Vibrationen der Straßenbahn Risse in den Jugendstilhäusern am Langemarckplatz vorgebeugt werden?

Eine Weiterleitung von Erschütterungen lässt sich mit bautechnischen Maßnahmen gut verhindern. Die Festlegung des Oberbausystems wird in Abstimmung mit dem beauftragten Schall- und Erschütterungsgutachter erfolgen. Das kann bis zu einem Masse-Feder-System reichen, das den Oberbau der Straßenbahn wie bei einem „schwimmenden Estrich“ von der Umgebung entkoppelt.

Was wird gegen eine erhöhte Lichtbelastung durch die Straßenbahn in der Nacht getan?

Die Straßenbeleuchtung und die Beleuchtung der Straßenbahnhaltestelle sind vergleichbar. Die Lichtintensität wird sich daher im Bereich des Langemarckplatzes voraussichtlich kaum verändern.

Welche Schutzmaßnahmen sind für die Fledermäuse im Bereich Langemarckplatz – Sieboldstraße vorgesehen?

Fledermausvorkommen wurden im Rahmen der Kartierung im Jahr 2020 entlang der gesamten Strecke erfasst. Auf dieser Basis betrachten unsere Umweltplanerinnen und -planer alle Bereiche im Detail. Sofern notwendig, werden entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen.


Häufig gestellte Fragen

Steht der Streckenverlauf schon fest? Wann wird die Stadt-Umland-Bahn fahren? Die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen haben wir für Sie zusammen­gestellt.

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